Schamhaft verschwiegene Wahrheiten in der Altenpflege

Nur selten habe ich die Gelegenheit, ein Buch vorzustellen, bei dem ich gleich beide Autoren kenne und schätze. In dem Buch von Werner Tigges und Michael Gomola geht es nicht, wie so oft um die Missstände in Pflegeheimen, die uns mehr oder weniger bekannt sind. Nein, die Autoren haben in “Schamhaft verschwiegene Wahrheiten in der Altenpflege” Geschichten aus dem Arbeitsalltag osteuropäischer Haushaltshilfen zusammen getragen.

daumenhochEs handelt sich um Geschichten, die den Leser zum Schmunzeln bringen, zum Staunen und manches Mal machen sie auch wütend oder berühren tief.
Tigges und Gomola bieten dem Leser einen Einblick in das Erleben und Denken der zumeist polnischen Menschen, die in Deutschland unsere Alten versorgen und teilweise sonderbare Erlebnisse haben. Diese Geschichten zeigen nicht nur ein Bild der Helfer, sie zeigen auch, wie wir Deutschen, die auf dieses Hilfe angewiesen sind, mit Menschen umgehen: zum Teil respektlos, zum Teil liebevoll und familiär.
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Bloß keine halben Sachen

Florian Sitzmann schreibt (s)ein Rollstuhlmärchen über Deutschland. Als Teenager hat er bei einem Motorradunfall beide Beine verloren. Seither sitzt er im Rollstuhl.
Mit seinem Buch „Bloß keine halben Sachengibt er dem Leser einen überraschenden Einblick in die Welt eines Rollstuhlfahrers.
Wobei, diese Formulierung ist schon ein Fehler. Denn Florian Sitzmann lebt nicht in der Welt eines Rollstuhlfahrers. Er lebt in unserer Welt, einer Welt von Menschen, die sich auf zwei Beinen fortbewegen können.

Schnell erkennt der Leser, dass nicht die Behinderung das eigentliche Problem von Sitzmann ist, sondern die Tatsache, dass wir bzw. unsere Welt nicht auf “rollende Menschen” eingestellt sind. Denn ein normales Leben im Rollstuhl wäre sehr gut möglich, wenn wir die Umgebung so anpassen würden, dass man in allen Situationen auch problemlos mit einem Rollstuhl zurecht kommen kann. Uns “Zweibeiner” würde das nicht behindern – im Gegenteil. Sicher würde auch für uns manches einfacher.

Der „halbe Mann“ zeigt uns mit seinem Buch, welche Probleme wir ihm und allen mit ähnlichen Handicaps mit unserer Gedankenlosigkeit bereiten. Dabei ist er keineswegs vorwurfsvoll oder gar wehleidig, nein, er hat Verständnis dafür, dass wir nicht auf Menschen wie ihn eingestellt sind. Aber er wünscht es sich – berechtigterweise – anders.
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Wenn das Glück mit dem Schwanz wedelt

Der Titel “Wenn das Glück mit dem Schwanz wedelt” verspricht nichts wirklich Neues – dachte ich. Tatsächlich hielt ich aber ein amüsantes Buch in den Händen, das ich gerne und entspannt gelesen habe.
Dazu müssen Sie vielleicht wissen, dass ich Hundehalterin bin znd schon einige Ratgeber zum Thema Hund gelesen habe. Ich habe zwar keine Listenhunde wie Emmi, das Glück an der Leine von Frau Preusker einer ist, aber zwei Hunde aus dem Tierschutz. Das bedeutet, dass ich auch so manchen Rat im Umgang mit dem Hund benötigt habe.

Aber Susanne Preusker hat mit Emmi nicht nur einen Listenhund, nein es ist ihr erster Hund – es fehlt ihr an jeder so genannten Hunde-Erfahrung. Vielleicht geht sie genau dehalb mit so viel Optimismus an die Erziehung von Emma heran.
In jedem Fall hat Preusker eine gure Portion Humor. Und mit eben diesem Humor und einem gehörigen Schuss Selbstironie erzählt sie die Geschichte von Emmi alias Blödbommel und ihr selbst als Neu-Hundehalterin.
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Lob der Faulheit

Der Autor Thomas Hohensee stellt sich in seinem Buch “Lob der Faulheit” die Frage, warum Disziplin und Arbeitseifer uns nur schaden. Zunächst bin ich sehr interessiert an das Buch herangegangen: ein provokanter Titel, der ein gewisses Amüsement verspricht. Das traf für die ersten 100 Seiten durchaus zu. Doch dann konnte ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass der Autor zu faul war, wirklich interessante Neuigkeiten zum Thema Faulheit zu beschreiben.

Es ist ermüdend, wenn man das immer gleiche Thema von den unterschiedlichsten Seiten auf die immer gleiche Art beleuchtet bekommt. Vielleicht mag das für den unbedarften Leser, der sich mit den Themen Disziplin, Fleiß und Erfolgsstreben noch nie beschäftgit hat, interessant und neu sein. Ich war vom Lob der Faulheit irgendwann gelangweilt und musste mich durch die Seiten mühen.
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Mir schmeckt’s wieder

Nach meinem persönlichen Favoriten im Bereich Demenz-Kochbuch “Kochen für Menschen mit Demenz” haben die Autoren ein neues Kochbuch geschrieben, das mich begeistert. Mit “Mir schmeckt’s wieder – Das Kochbuch für alte Menschen” werden diesmal alleinlebende ältere Menschen angesprochen, die noch in der Lage sind, sich selbst zu versorgen.

Die Autoren beschränken sich in ihrem Buch nicht darauf, leicht nachkochbare Rezepte zu sammeln. Das Kochbuch ist Ratgeber und Appetitanreger zugleich. Einleitend erhalten die Leser Beispiele für eine gute Ernährung, die leicht umzusetzen ist. Für Menschen mit wenig Appetit wird ein “Tages-Essensplan” angeboten, der hilft, wenigstens das Notwendigste zu essen und zu trinken. Und bevor es ans Kochen geht, erhält der Leser Tipps und Hinweise zu Einkauf, Lagerung und Zubereitung der verwendeten Lebensmittel, sowie zur Zubereitung von Speisen und Getränken bei Schluckstörungen.
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Zahnarzt-Angst? – Dieser Ratgeber hilft!

Manchmal klammern wir uns aus Angst vor Veränderung an alte und unnütze Gewohnheiten. Trainieren Sie lieber neue, die ihnen gut tun, auch wenn sie momentan noch unbekannt sind.
Dieses Zitat stammt aus dem hier rezensierten Buch “Zahnarzt-Angst? – Wege zum entspannten Zahnarztbesuch” .

Bei Ihrem Vorhaben, gewohnheitsgebundene Angst vor dem Zahnarzt in Gelassenheit umzuwandeln, erhalten Sie durch diesen Ratgeber Unterstützung.
Zunächste erfolgt eine allgemeine Erklärung, wie Angst zustande kommt und warum sie sich so hartnäckig halten kann. Praktische Tipps, dieser Angst zu begegnen, sollen helfen, die Angst vor dem Zahnarzt zu überwinden.
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Obstbaumschnitt und keine Ahnung? – Hier gibt’s Hilfe

Wenn sich irgendwann der Traum vom Garten erfüllt, erkennt man schnell, dass sich das “gärtnern” nicht allein auf Einpflanzen und beim Wachsen zuschauen beschränkt. Nein, je nach Garten sind Obstbäume und Beerensträucher vorhanden und wecken den Wunsch nach einer reichen Ernte. Wer sich dann informiert, begreift schnell: ohne Beschneiden der Pfalnzen keine gute Ernte. Aber niemand muss unbedingt dicke Wälzer lesen, um das richtige beschneiden von Obstbäumen und Beerensträuchern zu erlernen.
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Psychosomatische Dermatologie – die eigene Haut retten

Jeder hat es schon einmal getan: an seiner Haut geknibbelt, etwa um eine Kruste abzuziehen oder womöglich einen Pickel auszudrücken. Das ist ein normales Verhalten ohne jeden Krankheitswert. Aber es gibt auch Menschen, die an ihrer Haut knibbeln und kratzen bis es blutet und nicht damit aufhören können. Bei ihnen scheint es eine Art Zwang oder Sucht zu sein. Dieses Phänomen hat einen Namen: Skin Picking.

Katharina Vollmeyer und Susanne Fricke haben einen Ratgeber zu diesem Thema geschrieben, der sowohl Helfern wie Betroffenen nutzen soll.

Zunächst klären die Autorinnen darüber auf, wann Skin Picking vorliegt und kein normales Verhalten mehr ist. Skin Picking meint ein Verhalten, bei dem der Betroffene seine Haut in der Regel mit den Fingernägeln, manchmal aber auch mit Hilfsmitteln, wie Nadeln, bearbeitet, bis Wunden entstehen, die in der Folge auch vernarben können.
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Herz IV – Aus dem Alltag einer rechtlichen Betreuerin

Die Autorin erzählt in kleinen, übersichtlichen Episoden von den Menschen, die ihr anvertraut wurden. Natürlich anonymisiert, allerdings sehr realistisch und auch bunt, wenn es darum geht, wer einem Berufsbetreuer  im Laufe seiner Arbeit so begegnen kann. Skurrile und manchmal unfreiwillig komische Menschen sind das. Aber auch traurige Geschichten von einsamen Personen.

Dieses Buch ist sicher für alle interessant, die sich für die Arbeit des gesetzlichen Betreuers interessieren – egal ob als Berufswunsch oder um sich einen Einblick zu verschaffen.
Am besten gefällt mir der Titel, der Witz und Komik verspricht. Dieser Erwartung wird die Autorin jedoch nicht durchgängig gerecht. Sie erzählt aus ihrem Alltag – nicht mehr und nicht weniger.
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Ausgeschlachtet – Die menschliche Leiche als Rohstoff

Das Buch “Ausgeschlachtet – Die menschliche Leiche als Rohstoff” kann den Leser animieren, einen bereits vorhandenen Organspendeausweis zu zerreissen.
Dieses Buch hat auch alle meine Befürchtungen, die ich nicht zuletzt aufgrund meiner Fachkenntnis im medizinischen Bereich hatte, bestätigt.

Die Autorin Martina Keller hat gründlich recherchiert und zeigt dem Leser, was mit seinem Körper alles passieren kann, wenn er einfach nur “ja” in seinem Organspendeausweis ankreuzt.

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